Glaskrug, Montage mit dem Wappen von Kloster Admont - Kunsthandel - Antiquitäten - Berlin

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Glaskrug, Montage mit dem Wappen von Kloster Admont

Objekte
Glaskrug
Thüringen um 1630/50.
Montage 1. Drittel 18. Jh.
Höhe: ca. 12 cm (16,6 cm mit Montage).
Farbloses Glas mit Mattschnitt.  Lumineszenzfarbe im UV-Licht ein gelbliches Moosgrün.  Konisch verjüngte Gefäßwandung, durch einen horizontal aufgeschmolzenen Faden in eine oben kleinerer sowie unten größere Zone gegliedert und mit gewölbt auskragendem Fuß. Angesetzter wulstförmiger Ohrenhenkel mit eingerolltem Auslauf. Kegelförmig eingestochener Boden mit Abriss. Vorne, auf der unteren Zone, in einem Lorbeerkranz, gekröntes ovales Wappen in Volutenrahmung. Es zeigt, in der Mitte horizontal geteilt, zwei nach links springende Füchse. Zu beiden Seiten, über einem Sockel, unten mit Zahnfries, wachsen aus schmetterlingsflügelartigen großen Blättern Blumen. Drei Blüten als vierpassige Rosetten. Obere Zone mit Lorbeerfries. Am unteren Ansatz kleiner Spannungsriß. Das Wappen wohl der sächsischen „v. Kleist“.
Montage: Silber, getrieben, ziseliert, graviert und teilvergoldet.
Fußmontage: konvex gewölbt, profiliert, oben mit Zahnfries, unten scheibenförmig auskragend. Die weißsilberne Steigung mit ziseliertem Akanthusrankenfries auf punziertem Grund.
Scheibenförmig überstehender Deckel mit konvexer Steigung und schmal abgesetzt, oben abgeflacht.
Henkelrücken blattförmig eingefaßt sowie oben und unten durch Scharnierbänder mit dem Henkel verbunden.
Ein Volutensteg verbindet den Henkelrücken mit dem Scharnier am Deckelrand. Über dem Scharnier federbuschförmige Daumenruhe. Steigung des Deckels wie am Fuß dekoriert.
Oben, auf weißsilbernem Grund, graviertes Allianzwappen mit einem en face Kopf mit Mitra und zwei Krummstäben als Bekrönung. Linkes Wappenteil wohl Abtei zu Admont (Ennstal), Benediktinerstift, gegr. 1074, rechts das Wappen des Abts Anton II. von Mainersberg, geb. 1674 in Graz, gest. 1751,  1718 - 1751 Abt des Benediktinerstifts Admont.
Montage nicht gemarkt.  

Die kegelstumpfförmige Krugform deutet auf eine Entstehungszeit vor 1650 hin. Die Montage mit den Akanthusfriesen ist im 1. Drittel des 18. Jhs. entstanden. Damit erklärt sich auch die Verschiedenheit des wohl sächsischen Wappens auf dem Krug mit dem österreichischen Wappen auf der Montage.  

Lit.: Rückert, Die Glassammlung des Bayerischen Nationalmuseums München, München 1982, Band II, Seite 195/196 und Kat. Nr. 505/506 (Glasmasse und Schnitt).  

Lit.: v. Saldern, The Corning Museum of Glass, German Enameled Glass, New York 1965, Fig. 126, 161, 299, 314, 318, 322, 324, 328 und 350 (kegelförmige Krüge).  

Lit.: Siebmacher 1612, Nr. 169 (v. Kleist).  Lit.: Siebmacher 1705, Nr. 1/169 (v. Kleist), Nr. 3/78 (Abtei zu Admont).

Lit.: http://www.ennstalwiki.at/wiki/index.php/Anton_II._von_Mainersberg

 
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