Reisekassette, Anfang 18. Jahrhundert - Kunsthandel - Antiquitäten - Berlin

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Reisekassette, Anfang 18. Jahrhundert

Objekte
Reisekassette für Wertobjekte (Dokument, Schmuck, Geldmünzen)
Deutsch, wohl Sachsen, Anfang 18. Jahrhundert.
Geschmiedetes, bräuniertes Eisen; Messing, gegossen und ziseliert; Messing, getrieben und graviert.
Höhe: 20,8 cm (mit Deckelhandhabe: 27,2 cm), Breite: 37,5 cm (mit Griffbuchsen),
Tiefe: 28 cm.
Vier ballig gedrückte, profilierte Füße mit kurzen Hälsen aus Messing. Rechteckige Eisenkassette mit geschweifter Vorderfront und vier abgeschrägten Lisenen. Ein eisernes Scharnierband verbindet die Kassette mit dem flach gewölbten Eisendeckel. Innen, hinter den Lisenen der Kassette, sind vier Messingröhren angebracht. Sie beinhalten lange, vierkantige Schraubenhälse aus Eisen, die durch den Kassettenboden in die hohlen Messingfüße führen und als Schraubgewinde enden. Die Kassette konnte somit an einen hölzernen Dielenboden (Kutschenboden) festgeschraubt werden.
Die Schweifung der Vorderfont ist innen mit einem Kastenschloß, fixiert mittels vier Schrauben, gefüllt. Schloß mit zwei Zuhaltungen. Kassette und Deckel innen und außen mit reichem Messingbeschlag geschmückt. Kassette: über dem leicht vorkragendem Bodenrand ein umlaufendes, aufgenietetes Messingband mit graviertem Blattfries. Die vertikale und horizontale Deckeleinfassung gemäß dem Sockelband. Der Messingbeschlag der vier Lisenen graviert mit einer Frauenbüste auf hohem Blattrankensockel. Darüber hält ein Adler einen kronenförmigen Baldachin. Auf der Vorderseite der Kassette eine aufgesetzte, a-jour gearbeitete Applikation als Schlüsselschild. Der zentrale, hochovale Ausschnitt wird von zwei halben Adlern flankiert, in der Mitte darüber in einem Rund ein lachendes Gesicht. Darüber eine große Grafenkrone (neunzackig) mit einem breit ausladenen Wappendeckel in Laub- und Bandelwerk. Der ovale Schlüsselausschnitt wird von einem schwenkbarem, im Hochrelief gegossenem Löwenkopf verdeckt.
Innenliegende Schloßabdeckung aus graviertem Messing.
Im Zentrum, auf Erdsteifen mit Architektur, die Figuren einer Dame und eines Kavaliers. Darüber die Beischrift: "Dier Gib mich/ Fr...hof/ Di....rei". Seitlich Laub- und Bandelwerk. Zwei rechteckige Riegelschlitze, eine runde Aussparung. Die Kassettenseiten mit aufgelegten Messinggriffschildern. Zwei Ösen halten den gegossenen, volutenförmigen Griff. Schild, Ösen und Griff graviert bzw. ziseliert (typisch sächsisches Griffmodell).
Deckel oben: gegossener und ziselierter, liegender Löwe als Handhabe auf a-jour gearbeiteter Messingplatte. Die gravierte Platte spreizt sich siebenfach und läuft in Blüten aus. Aus der Wölbung der Vorderfront ist eine muschelförmige, seitlich in Blattwerk auslaufende Messingapplikation aufgenietet. Der Deckel innen ist mit einer fein gravierten Messingplatte ausgekleidet. Die Messingplatte in eine schmale untere Zone und eine große obere Zone gegliedert. Die klappbare obere Zone ist mit drei Scharnieren an der unteren Platte befestigt.
Gravur der oberen Zone: in der Mitte, unter kronenartigem Baldachin, sitzen ein Kavalier und Dame in einer von Bäumen flankieren Landschaft. Die Figuren tragen umgehängte Geldtaschen sowie je eine langen Stab in den Händen. Zur rechten Seite der Dame liegt ein Schaf. Gravur der unteren Zone: eine Frauenbüste, flankiert von Laub- und Bandelwerk. Beide Zonen werden von einem Blattfries gemäß der Blattfriese der Außenseite der Kassette gerahmt.
 
Copyright 2016. All rights reserved.
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü