Türklopfer, 1. Drittel 16. Jh. - Kunsthandel - Antiquitäten - Berlin

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Türklopfer, 1. Drittel 16. Jh.

Objekte
Skulptur (Türklopfer)
Süddeutsch/Tirol, 1. Drittel 16. Jahrhundert.
Eisen geschmiedet, geschnitten, getrieben, ziseliert, geschweißt und genietet.
Höhe: 51 cm, Breite: 38 cm, Tiefe: 37 cm.
Drache (Lindwurm) mit gefangenem Adler.
Vorgestreckter, leicht nach unten geneigter Drachenkopf mit weit geöffnetem Maul und langer spitzer Zunge, zwei widderartigen gedrehten Hörnern, zwei langen, nach hinten anliegenden Ohren sowie einem blattartigem Bart und Kamm. Schlanker, langer, volutenförmig geschmiedeter Körper mit eingerolltem Schwanz. Der lange Hals gedreht geformt. Der geschuppte Körper mündet blattförmig in den Hals. Der Körper mit angeschweißten, schalenförmig gespreizten geöffneten Flügeln sowie vorne mit zwei hochgezogenen Fängen. Mit den Fängen hält er einen angenieteten getriebenen Adler gefangen. Der Kopf des Adlers blickt nach links, die Schwanzfedern sind fast rechtwinklig nach rechts gerichtet. Oben um den Körper ist ein profilierter Ring (Manschette ) gelegt, der mit einem Scharnier, einer vierkantigen konkaven Nase und einer Gewindestange versehen ist. Dazu eine große profilierte Scheibe und eine vierkantige Mutter. Das Scharnier mit sechspassigen Rosetten verblendet. Der eingerollte Schwanz, vorne und seitlich mit relieffierten geschobenen Kreisfriesen, mündet, getrennt durch einen profilierten Reif mit geschobenem Blattfries, mittels einer geöffneten vierblätterigen Blattknospe in den Körper. Schwanzende mit zwei fünfpassigen Blattrosetten verblendet. Horizontal ausgeschmiedeter, langer, schlanker, glockenblütenförmiger Klopfer mit gewölbter Schlagfläche, die Wandung kanneliert, die Endung blattförmig. Über dem Klopfer wächst aus dem Rücken des Schwanzes ein langes geschweiftes Blatt, das als Stütze hinter den Flügeln des Körpers mündet.

Literatur zum Vergleich:
D’Allemagne, Dekorative Antique Ironwork, New York 1968, Abbildung Seite 11 D, Seite 106 oben, Seite 109 A, Seite 130, Seite 343 D.

Literatur zum Vergleich:
Phleps, Schmiedekunst, Leipzig 1949, Seite 61 mit Abbildung Text Seite 28 (Gitter der Waldaufkapelle, Pfarrkirche in Hall/Tirol um 1500).

Literatur zum Vergleich: Canz, Schlüssel Schlösser und Beschläge, Wuppertal 1977, Seite 30 (Holzschnitt, Hans Burgkmair, Augsburg 1523), Seite 77  Abbildung 24 (Schloß E 15. Jahrhundert), Seite 117 Abbildung 60 (Türband, Süddeutsch, Mitte 16. Jahrhundert).

Literatur zum Vergleich: Prochnow, Schönheit von Schloß Schlüssel Beschlag, Ratingen 1966, Abbildung 207/208 (Türklopfer Renaissance), Abbildung 229/230 (Beschlag, Süddeutsch
um 1520).

Ähnlicher Türklopfer aus Eisen, Italien, Anfang 16. Jahrhundert in: Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig.
 
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